۱۴۰۵ شهریور ۲۹, یکشنبه

Die Rolle Khomeinis und Chameneis bei der Erosion Irans


 Die Rolle Khomeinis und Chameneis bei der Erosion Irans Eine historische, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Untersuchung von 1979 bis heute Einleitung 


Die Islamische Revolution von 1979 gehört zu den wichtigsten politischen Umbrüchen der iranischen Geschichte. Mit dem Ende der Monarchie und der Gründung der Islamischen Republik veränderten sich nicht nur die politischen Institutionen. Auch Recht, Wirtschaft, Bildung, Außenpolitik, Sicherheitsstrukturen und das gesellschaftliche Leben wurden grundlegend verändert.


Zwei Personen stehen dabei besonders im Mittelpunkt: Ayatollah Ruhollah Khomeini, der Gründer und erste Führer der Islamischen Republik, und Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 das Amt des Obersten Führers innehat.


Eine wissenschaftliche Untersuchung sollte jedoch nicht einfach behaupten, dass zwei Personen allein für alle Probleme Irans verantwortlich seien. Iranische Entwicklungen haben viele Ursachen. Dazu gehören der Krieg mit dem Irak, internationale Sanktionen, regionale Konflikte, Ölpreise, Klimawandel und innenpolitische Entscheidungen.


Die zentrale Frage lautet deshalb genauer:


Welchen Einfluss hatten Khomeini und Chamenei auf die politischen Strukturen und auf die langfristige Entwicklung Irans?


1. Khomeini und die Entstehung der Islamischen Republik 


Ruhollah Khomeini kehrte im Februar 1979 nach Iran zurück und wurde schnell zum wichtigsten politischen Führer der Revolution.


An der Revolution hatten unterschiedliche politische Gruppen teilgenommen. Dazu gehörten religiöse Kräfte, Nationalisten, Linke, Liberale und verschiedene oppositionelle Gruppen.


Nach dem Sturz der Monarchie setzte sich jedoch schrittweise ein politisches System durch, in dem religiöse Institutionen und die Führung des islamischen Staates eine zentrale Rolle erhielten.


Ein entscheidender Schritt war die Aufnahme des Prinzips der Velayat-e Faqih, also der Herrschaft beziehungsweise Führung eines islamischen Rechtsgelehrten, in die Verfassung.


Die Encyclopaedia Iranica zeigt, dass der ursprüngliche Verfassungsentwurf deutlich verändert wurde und das Prinzip der Herrschaft des religiösen Führers schließlich zu einem zentralen Bestandteil der Verfassung wurde.


Damit entstand ein politisches System, in dem neben gewählten Institutionen auch nicht direkt gewählte Institutionen eine große politische Bedeutung erhielten.


2. Ausschaltung politischer Gegner 


In den ersten Jahren der Islamischen Republik wurden zahlreiche politische Gegner verfolgt.


Dazu gehörten unter anderem linke Gruppen, die Volksmudschahedin, Nationalisten, Liberale und auch religiöse Kritiker des neuen Systems.


Bereits in den ersten Monaten nach der Revolution kam es zu Hinrichtungen ehemaliger Funktionäre des Schah-Regimes. Historische Darstellungen dokumentieren diese frühen politischen Hinrichtungen.


Im Laufe der 1980er Jahre wurde der politische Raum immer stärker eingeschränkt.


Die politische Konkurrenz, die während der Revolution noch relativ breit gewesen war, wurde zunehmend durch ein System ersetzt, in dem Opposition mit Gefängnis, Verfolgung oder Todesstrafe verbunden sein konnte.


3. Die Kulturrevolution und die Universitäten 


Ein weiterer wichtiger Schritt war die Kulturrevolution von 1980.


Die Universitäten wurden zeitweise geschlossen. Lehrpläne und Hochschulstrukturen wurden verändert, um das Bildungssystem stärker an den Vorstellungen der Islamischen Republik auszurichten.


Universitäten sind in jedem Land wichtige Orte für Forschung, wissenschaftliche Diskussion und kritisches Denken.


Die politischen Eingriffe in die Hochschulen hatten deshalb nicht nur eine kurzfristige Bedeutung. Sie beeinflussten auch langfristig das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Staat.


4. Krieg mit dem Irak 


Der Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 verursachte enorme menschliche und wirtschaftliche Schäden.


Der Angriff des Irak auf Iran ist ein zentraler Teil der Geschichte dieses Krieges. Iran musste große menschliche und materielle Verluste tragen.


Gleichzeitig gehört die Entscheidung der iranischen Führung, den Krieg nach der Rückeroberung großer Teile des iranischen Territoriums fortzusetzen, zu den wichtigen politischen Fragen der damaligen Zeit.


Der Krieg stärkte außerdem die militärischen und sicherheitspolitischen Institutionen der Islamischen Republik.


Die Revolutionsgarden entwickelten sich während des Krieges von einer revolutionären Organisation zu einer wichtigen militärischen Macht.


5. Politische Hinrichtungen in den 1980er Jahren 


Die politischen Hinrichtungen der 1980er Jahre gehören zu den schwersten Menschenrechtsproblemen der frühen Islamischen Republik.


Besonders bekannt sind die Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Jahr 1988.


Amnesty International dokumentierte für den Zeitraum von etwa Juli 1988 bis Januar 1989 mehr als 2.000 Namen von Gefangenen, die nach damaligen Untersuchungen hingerichtet worden sein sollen. Gleichzeitig gab es bereits damals unterschiedliche Angaben über die tatsächliche Zahl der Opfer.


Auch die Vereinten Nationen veröffentlichten 1989 einen Bericht über die Menschenrechtssituation im Iran mit einer Liste von Personen, die zwischen Juli und Dezember 1988 hingerichtet worden sein sollen.


Die Verantwortung Khomeinis für die Vorgänge von 1988 ist bis heute Gegenstand historischer und juristischer Untersuchungen. Dabei spielen seine Anweisungen sowie die Einrichtung von Kommissionen zur Überprüfung politischer Gefangener eine zentrale Rolle.


Bei den Opferzahlen muss zwischen unterschiedlichen Quellen unterschieden werden. Eine einzelne Zahl sollte nicht ohne Quellenangabe als gesicherte Tatsache dargestellt werden.


6. Der Übergang von Khomeini zu Chamenei 


Nach Khomeinis Tod im Juni 1989 wurde Ali Chamenei zum Obersten Führer gewählt.


Im selben Jahr wurde die iranische Verfassung verändert.


Die Verfassungsreform von 1989 veränderte unter anderem die institutionelle Stellung des Führers und die Struktur der politischen Führung.


Chamenei übernahm damit kein völlig neues politisches System. Er übernahm eine bereits etablierte Struktur und entwickelte sie über Jahrzehnte weiter.


7. Die wachsende Rolle der Revolutionsgarden 


Während der Amtszeit Chameneis nahm die Bedeutung der Revolutionsgarden weiter zu.


Ihre Rolle beschränkte sich nicht mehr nur auf militärische Aufgaben.


Sie wurden zunehmend in Sicherheitsfragen, Außenpolitik und wirtschaftliche Aktivitäten einbezogen.


Die zunehmende wirtschaftliche und politische Bedeutung militärischer und staatsnaher Organisationen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Diskussion über die iranische Wirtschaftsordnung.


8. Wirtschaftliche Probleme und Sanktionen 


Die wirtschaftliche Situation Irans kann nicht ausschließlich mit der Politik der iranischen Führung erklärt werden.


Internationale Sanktionen haben erhebliche Auswirkungen auf die iranische Wirtschaft.


Die Weltbank berichtet, dass Sanktionen und der Rückgang der Ölexporte den Staatshaushalt stark belastet haben. In einer längeren Phase lag die Inflation mehrere Jahre über 40 Prozent. Dadurch sank die Kaufkraft vieler Haushalte deutlich.


Gleichzeitig weist die Weltbank auf strukturelle Probleme hin, darunter geringe Investitionen, Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt sowie Wasser- und Energieengpässe.


Deshalb müssen mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden:


internationale Sanktionen Außenpolitik staatliche Wirtschaftspolitik Abhängigkeit von Öleinnahmen Inflation Korruption und mangelnde Transparenz Rolle staatsnaher und militärischer Institutionen strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes 9. Kaufkraft und soziale Folgen 


Eine der sichtbarsten Folgen der wirtschaftlichen Krise ist der Rückgang der Kaufkraft.


Hohe Inflation betrifft nicht nur Lebensmittel.


Auch Mieten, medizinische Behandlung, Bildung, Verkehr und importierte Waren werden für viele Menschen schwerer finanzierbar.


Wenn Einkommen dauerhaft langsamer steigen als die Lebenshaltungskosten, gerät besonders die Mittelschicht unter Druck.


Eine stabile und große Mittelschicht ist jedoch für wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität von großer Bedeutung.


10. Abwanderung von Fachkräften 


Iran verfügt über zahlreiche Universitäten und eine große Zahl gut ausgebildeter Menschen.


Gleichzeitig verlassen viele Fachkräfte und junge Menschen das Land.


Die Gründe sind unterschiedlich.


Wirtschaftliche Unsicherheit, fehlende berufliche Perspektiven, politische Einschränkungen, gesellschaftliche Faktoren und die Suche nach besseren wissenschaftlichen Möglichkeiten können eine Rolle spielen.


Für ein Land bedeutet der Verlust gut ausgebildeter Menschen einen langfristigen Verlust an Humankapital.


11. Politische und bürgerliche Freiheiten 


Die Menschenrechtssituation ist ein weiterer wichtiger Bereich.


Internationale Organisationen berichten seit Jahrzehnten über Einschränkungen der Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und politischen Beteiligung.


Besonders die Situation von Frauen steht seit Jahren im Mittelpunkt.


Die unabhängige internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zu Iran stellte im Zusammenhang mit den Protesten von 2022 schwere Menschenrechtsverletzungen fest. Sie kam außerdem zu dem Schluss, dass bestimmte Verstöße im Zusammenhang mit der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ den Charakter von Verbrechen gegen die Menschlichkeit erreichen können.


12. Protestbewegungen 


Während der Amtszeit Chameneis kam es zu mehreren großen Protestwellen.


Dazu gehörten:


die Studentenproteste von 1999 die Proteste nach der Präsidentschaftswahl 2009 die wirtschaftlichen Proteste 2017 und 2018 die Proteste 2019 die Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ ab 2022 


Die Ursachen dieser Bewegungen waren jeweils unterschiedlich.


In vielen Fällen reagierten staatliche Sicherheitskräfte mit Verhaftungen und Gewalt.


Die Vereinten Nationen dokumentierten im Zusammenhang mit den Protesten von 2022 unter anderem Vorwürfe über übermäßige Gewalt, willkürliche Verhaftungen, Folter und Einschränkungen der Informationsfreiheit.


13. Todesstrafe 


Die Todesstrafe bleibt ein wichtiges Instrument des iranischen Strafsystems.


Human Rights Watch berichtete in seinem World Report 2026, dass im Jahr 2025 nach den von der Organisation herangezogenen Quellen mehr als 2.000 Hinrichtungen durchgeführt wurden. Die Organisation bezeichnete dies als die höchste bekannte Zahl seit Ende der 1980er Jahre.


Die Angaben müssen wegen der eingeschränkten Informationslage in Iran vorsichtig bewertet werden.


Trotzdem zeigen die verfügbaren Berichte, dass die Todesstrafe weiterhin in großem Umfang eingesetzt wird.


14. Frauenrechte 


Die rechtliche Stellung der Frauen ist ein weiterer zentraler Bereich.


Das iranische Recht enthält Regelungen, die sich auf Ehe, Familie, Erbrecht, Kleidung und gesellschaftliche Rechte von Frauen auswirken.


Die UN-Fact-Finding-Mission stellte fest, dass tief verwurzelte strukturelle Diskriminierung von Frauen und Mädchen eine wichtige Rolle bei den Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Protesten 2022 spielte.


Die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ machte deutlich, dass Frauenrechte in Iran nicht nur ein juristisches Thema sind. Sie sind auch zu einer zentralen gesellschaftlichen und politischen Frage geworden.


15. Außenpolitik und regionale Aktivitäten 


Während der Führung Chameneis entwickelte Iran umfangreiche politische, militärische und finanzielle Beziehungen zu verschiedenen Akteuren im Nahen Osten.


Dazu gehören unter anderem Beziehungen zu Organisationen und politischen Kräften im Irak, Libanon, Syrien und Jemen.


Die iranische Regierung betrachtet diese Politik als Teil ihrer nationalen Sicherheit und als Mittel zur Abschreckung regionaler Gegner.


Kritiker argumentieren dagegen, dass die Finanzierung regionaler Aktivitäten erhebliche Kosten für die iranische Gesellschaft verursacht.


Für eine historische Analyse ist es wichtig, beide Aspekte zu berücksichtigen.


16. Atomprogramm und internationale Isolation 


Das iranische Atomprogramm wurde zu einem der wichtigsten Themen der Außenpolitik des Landes.


Die iranische Regierung betont das Recht auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie.


Andere Staaten äußerten wiederholt Sorgen über mögliche militärische Dimensionen des Programms.


Die daraus entstandenen Konflikte führten zu weitreichenden internationalen Sanktionen und erschwerten den Zugang Irans zu internationalen Finanz- und Handelsstrukturen.


Diese Entwicklung hatte wiederum wirtschaftliche Folgen für die iranische Bevölkerung.


17. Wasserkrise und Umwelt 


Neben politischen und wirtschaftlichen Problemen steht Iran vor einer langfristigen Umweltkrise.


Dazu gehören:


sinkende Grundwasserspiegel Bodensenkungen Austrocknung von Seen und Flüssen Luftverschmutzung Wasserknappheit Energieprobleme Folgen des Klimawandels 


Internationale Untersuchungen weisen darauf hin, dass Sanktionen den Zugang zu Technologie und internationalem Know-how erschwert haben. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Sanktionen nicht die Hauptursache der Umweltprobleme Irans sind.


Auch die iranische Wasserpolitik, Landwirtschaft, übermäßige Grundwasserentnahme und Infrastrukturentscheidungen spielen eine wichtige Rolle.


18. Khomeini und Chamenei im Vergleich 


Die beiden Führer hatten unterschiedliche historische Rollen.


Khomeini 


Khomeini war der Gründer und zentrale politische Führer der Islamischen Republik.


Seine wichtigsten historischen Funktionen waren unter anderem:


Aufbau der Islamischen Republik Einführung und politische Verankerung des Prinzips der Herrschaft des religiösen Führers Aufbau revolutionärer Institutionen Neuordnung von Justiz und Staat harte Unterdrückung politischer Gegner Führung des Landes während eines großen Teils des Iran-Irak-Krieges zentrale Entscheidungen in den politischen und sicherheitspolitischen Fragen der ersten Dekade Chamenei 


Chamenei war vor allem der langfristige Bewahrer und Weiterentwickler dieses Systems.


Während seiner Führung:


wuchs die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Revolutionsgarden blieb die Macht des Obersten Führers zentral wurden regionale Aktivitäten Irans ausgeweitet wurde das Atomprogramm zu einem zentralen außenpolitischen Thema kam es wiederholt zu großen Protestbewegungen blieben politische und gesellschaftliche Freiheiten stark eingeschränkt verschärften sich wirtschaftliche Probleme und internationale Isolation entwickelten sich Wasser- und Energieprobleme zu langfristigen nationalen Krisen 19. Kann man alle Probleme Irans Khomeini und Chamenei zuschreiben? 


Eine wissenschaftliche Antwort muss zwischen verschiedenen Ursachen unterscheiden.


Nicht jedes Problem Irans wurde durch die Führung der Islamischen Republik verursacht.


Iran hatte bereits vor 1979 politische und wirtschaftliche Probleme.


Der Iran-Irak-Krieg verursachte enorme Schäden.


Internationale Sanktionen hatten große Auswirkungen.


Klimawandel und Wasserknappheit sind globale Probleme.


Auch die internationale Lage des Nahen Ostens beeinflusst Iran.


Trotzdem kann die politische Führung nicht vollständig aus der Verantwortung genommen werden.


Der Oberste Führer besitzt innerhalb des politischen Systems weitreichende Kompetenzen. Deshalb müssen langfristige Entscheidungen in den Bereichen Sicherheit, Außenpolitik und strategische Staatsführung auch im Zusammenhang mit der Führung betrachtet werden.


20. Was bedeutet „Zerstörung Irans“? 


Der Begriff „Zerstörung“ muss genauer definiert werden.


Iran als Staat ist nicht verschwunden.


Das Land verfügt weiterhin über:


große Öl- und Gasreserven eine große Bevölkerung zahlreiche Universitäten eine gebildete Bevölkerung eine wichtige geografische Lage bedeutende industrielle Kapazitäten eine lange kulturelle und historische Tradition 


Die Weltbank bezeichnet Iran als ein Land mit sehr großen Gas- und Ölreserven und einer gut ausgebildeten Bevölkerung.


Wenn von „Zerstörung“ gesprochen wird, ist deshalb wissenschaftlich genauer von einer Erosion nationaler Ressourcen und Kapazitäten zu sprechen.


Dazu gehören:


menschliches Kapital


wirtschaftliche Ressourcen


soziales Vertrauen


internationale Beziehungen


wissenschaftliche Kapazitäten


Umweltressourcen


Kaufkraft


und staatliche Leistungsfähigkeit


Schluss 


Die historische Entwicklung seit 1979 zeigt, dass Khomeini und Chamenei eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Fortsetzung des politischen Systems der Islamischen Republik gespielt haben.


Khomeini schuf die grundlegenden politischen Strukturen und verankerte das Prinzip der religiösen Führung in der Verfassung. Unter seiner Führung wurden politische Gegner verfolgt und in den 1980er Jahren kam es zu schweren Menschenrechtsverletzungen und politischen Hinrichtungen.


Chamenei übernahm dieses System 1989 und führte es über Jahrzehnte weiter. In dieser Zeit wuchsen die Bedeutung der Revolutionsgarden, die regionale Rolle Irans und die politische Bedeutung des Atomprogramms.


Gleichzeitig erlebte Iran wiederholt schwere wirtschaftliche Krisen, hohe Inflation, internationale Sanktionen, soziale Proteste, politische Repression und zunehmende Wasser- und Energieprobleme. Die Weltbank führt diese Entwicklung auf ein Zusammenspiel von Sanktionen, strukturellen wirtschaftlichen Problemen, geringer Investition sowie Wasser- und Energieengpässen zurück.


Die Menschenrechtsberichte der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen dokumentieren ebenfalls anhaltende Probleme bei politischen und bürgerlichen Rechten.


Die historische Bilanz sollte deshalb nicht als einfache Geschichte von „zwei Personen und einem zerstörten Land“ dargestellt werden.


Sie ist komplexer.


Khomeini prägte die Gründung und ideologische Grundlage der Islamischen Republik.


Chamenei prägte ihre langfristige Stabilisierung und Weiterentwicklung.


Die Folgen dieser politischen Entwicklung sind heute in vielen Bereichen sichtbar: Wirtschaft, Menschenrechte, Außenpolitik, Umwelt, Migration und gesellschaftliches Vertrauen.


Iran verfügt jedoch weiterhin über enorme menschliche, kulturelle, wissenschaftliche und natürliche Ressourcen.


Die zentrale historische Frage für die Zukunft lautet deshalb nicht nur, was in den vergangenen Jahrzehnten verloren wurde, sondern auch, wie diese Ressourcen wieder aufgebaut werden können.


Quellen Encyclopaedia Iranica, Constitution of the Islamic Republic. Encyclopaedia Iranica, Khomeini i. Life. Encyclopaedia Iranica, Iranian History, Islamic Period. United Nations, Report on the human rights situation in the Islamic Republic of Iran, E/CN.4/1989/26. Amnesty International, Iran: Violations of Human Rights 1987–1990. UN Independent International Fact-Finding Mission on Iran. World Bank, Iran Overview. Human Rights Watch, World Report 2026: Iran. OHCHR, Communications concerning human rights violations in Iran. OHCHR, Atrocity Crimes and grave violations of human rights. 

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